The Truman Syndrome

Es gibt Menschen, die sich ohne Anzeichen gängiger Psychosen, ohne Halluzinationen oder Verwirrtheit vorstellen, in ihrem Alltag von Schauspielern umgeben zu sein. In ihrer, ihnen nicht real erscheinenden Umwelt vermuten sie ein Geheimnis, ein inneres Drehbuch, von dem alle wissen. Nur eben sie leider nicht. Diese Vermutung lässt sie ihre Umgebung als Filmset erleben, auf dem sie nur Teil einer fortlaufenden Storyline sind. Im Laufe der Zeit verlieren sie zunehmend die Ich-Perspektive und gewinnen einen Außenblick auf ihre Person, der besonders bei Kamerafahrten und schnellen Schnitten irritierend wirkt.

Paolo Fusar-Poli, Oliver Howes, Lucia Valmaggia und Philip McGuire, die dieses Phänomen im „British Journal of Psychiatry“ (2008, Ausg. 193) beschrieben, wählten den griffigen Namen „Truman Syndrome“.

Nach dem Erscheinen des Textes suchte ich drei Jahre lang nach einer Gelegenheit, bei meinem Psychotherapeuten dieses Thema anzuschneiden. Leider unterbrach er die Sitzung für zwei längere Werbepausen und ließ mich nach 45 Minuten mit einem Cliffhanger sitzen.

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