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	<title>Ein Satz sagt mehr als 1000 Worte</title>
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		<title>Heimat</title>
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		<pubDate>Sun, 05 May 2013 19:08:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein abendlicher Landeanflug auf Düsseldorf von Nordosten, das Asphaltband der A40 ist ein weiß-roter Strom, der träger fließt als Emscher und Ruhr. In Dortmund und Schalke glühen die Rollrasen erstklassig und in guten Jahren spielen auch der Vfl und der MSV oben mit. Bahnhöfe, Rathäuser und Parks – alles gleich vielfach vorhanden in dieser Metropole [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2572&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/05/heimat.jpg"><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/05/ruhr.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2577" alt="ruhr" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/05/ruhr.jpg?w=419&#038;h=280" width="419" height="280" /></a></a></p>
<p>Ein abendlicher Landeanflug auf Düsseldorf von Nordosten, das Asphaltband der A40 ist ein weiß-roter Strom, der träger fließt als Emscher und Ruhr. In Dortmund und Schalke glühen die Rollrasen erstklassig und in guten Jahren spielen auch der Vfl und der MSV oben mit. Bahnhöfe, Rathäuser und Parks – alles gleich vielfach vorhanden in dieser Metropole aus vielen Metropolen, deren Ränder unschärfer sind als die Stadtteilgrenzen in kleineren Städten wie Berlin oder Hamburg.</p>
<p>Das „das” und das „dass“ haben hier ein Doppel-T, was es sprachlich leichter macht. Auch für all die, die in den vergangenen einhundertfünfzig Jahren kamen. Ob aus Galizien, Anatolien oder Sizilien. Der Bergbau, heute oft als Folklore belächelt, hat sich in die DNA einer Region gegraben. Der Dreck des Karbons, der in hierarchieloser Nacktheit vom Körper gewaschen wurde, prägt bis heute.</p>
<p>Currywürste in der Wachstischtuchdeckenhölle von Gladbeck oder Herne, ein nächtlicher Kaffee in der seltsamsten Autobahnraststätte der Welt, gleich hinter dem Großpuff von Bochum. Hier ist das „Du“ der Tresenkraft keine Marketingmarotte, sondern der feine Unterschied zum beleidigenden „Sie“.</p>
<p>Es ist ein Land aus Eisen, Kohle und Stahl, das es auf dem Weg in die stromlinienförmige Neuzeit schwerer hatte als andere. Das gebeutelt wurde von einer Politik, die glaubte, Arbeiter würden von heute auf morgen zu devoten Dienstleistern mutieren. Gefördert mit Subventionen, die mit Millionen Zwölftonmusik in Gemäuer pumpte, dargeboten vor denen, die in der Pause die „pittoresken Arbeitsumgebungen“ als Gesprächsphrase einflochten.</p>
<p>Was das Ruhrgebiet ist und wofür es sich lohnt, es zu lieben: Es ist ein Ort der Klarheit. Wo an der Fleischtheke die Frage „Bisse Schalke oder Dortmund?“ wichtiger ist als Rind oder Schwein. Wo eine Anne ohne Falsch und ohne kreativen Overkill ihren Kiosk „Anne Bude“ nennt und wo in der Metro vier Packungsgrößen „Flotter Dotter“ verkauft werden, aber nur eine Sorte Tee. Wo der Bergbau Risse in die Häuser gerissen hat, die auch die nächsten dreißig Umstrukturierungsmaßnahmen der RAG überstehen. Wo die Reinigung von sechs Hemden fünf Euro kostet und der Koch Piedro bei der Pizza das Steigerlied mit seiner billigen Karaokemaschine singt. Wo alle wissen, dass eine neue Zeit angebrochen ist, die nicht einfach ist, aber irgendwie ging es doch immer und vermutlich auch dieses Mal. Noch ein Pils?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2572/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2572/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2572&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Anja</title>
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		<pubDate>Sat, 04 May 2013 18:10:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Zwei Schwäne, aufeinander zu schwimmend, formen mit Hälsen und Schnäbeln ein Herz. Sie hat die Karte aus dem Postkartenumschlag genestelt, hält sie mir direkt unter die Augen und will meine Meinung wissen. Ich sei schließlich gelernter Fottograff habe meine Frau ihr gesagt. Ich sage „ein Herz“, etwas Blöderes fällt mir nicht ein. Sie kreischt vor [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2563&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/05/anja.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2564" alt="Anja" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/05/anja.jpg?w=419&#038;h=419" width="419" height="419" /></a></p>
<p>Zwei Schwäne, aufeinander zu schwimmend, formen mit Hälsen und Schnäbeln ein Herz. Sie hat die Karte aus dem Postkartenumschlag genestelt, hält sie mir direkt unter die Augen und will meine Meinung wissen. Ich sei schließlich gelernter Fottograff habe meine Frau ihr gesagt. Ich sage „ein Herz“, etwas Blöderes fällt mir nicht ein. Sie kreischt vor Freude über meine messerscharfe Intelligenz. „Ein Herz, stimmts?“ Jeder ihrer Sätze endet mit „Stimmts?“ und der Begriff der rhetorischen Frage scheint für Anja erfunden, die Rhetorikerin vom Schwarzmeer.</p>
<p>Die sich vor nichts mehr fürchtet als vor peinlichem Schweigen, die ihre Krebsangst wegplappert, als könne ihr der Tod nur bei Sprechpausen ins Wort fallen. Danach sieht es allerdings auch nicht aus, denn nach drei Wochen Reha ist Anja hähnchenbraun und kugelrunder als es den Ärzten gefällt. Sie möchte fotografiert werden, Arm in Arm mit ihrer neuen Freundin, die sie in ihr riesengroßes Herz geschlossen hat und vermutlich ganz schnell auch wieder vergessen wird, was nichts an der Tiefe von Gefühlen ändert, die im Hier und Jetzt stattfinden und nicht in Dekaden gemessen werden.</p>
<p>Von ihr zu lernen, heißt Leben lernen. Sie hat ihre russische Heimat verlassen und eine andere suchen müssen, einen Mann geliebt, einen neuen gefunden und vergöttert dennoch die Kinder des Ersten. Ihre Krankheit ist keine intellektuell verbrämte Metapher, sondern real und ein Feind, den sie mit allen Fasern bekämpft. Die Marlboro-Zigaretten, die sie sich im 5-Minuten-Takt anzündet, sind vermutlich Gift für ihren Körper, aber in ihrer Vorstellung sind sie ein Symbol des gesunden Westens, der Krebszellen mit genormten Markenprodukten in Schach hält. Das ist nun fünf Jahre her. Anja wird noch leben, lachen und Postkarten mit Schwänen kaufen. Ich bin sicher.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2563/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2563/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2563&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Unfall</title>
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		<pubDate>Wed, 01 May 2013 10:18:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Sonntagmorgen auf dem Trödelmarkt. Zwischen Wohnhäusern, in einem ruhigen Seitenarm des allgemeinen Trubels, stehen ganz allein zwei Herren mit ihren Tapeziertischen. Beide Mittfünfziger und die Bücher, die sie verkaufen, weisen sie als Geisteswissenschaftler aus. Zwischen Handschuhen und einer Schreibmaschine lehnt ein kleines Bild, eine kaum mehr als DIN A4 große Ölskizze, die ein brennendes [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2559&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/05/duwe.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2560" alt="duwe" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/05/duwe.jpg?w=419&#038;h=322" width="419" height="322" /></a></p>
<p>Ein Sonntagmorgen auf dem Trödelmarkt. Zwischen Wohnhäusern, in einem ruhigen Seitenarm des allgemeinen Trubels, stehen ganz allein zwei Herren mit ihren Tapeziertischen. Beide Mittfünfziger und die Bücher, die sie verkaufen, weisen sie als Geisteswissenschaftler aus.</p>
<p>Zwischen Handschuhen und einer Schreibmaschine lehnt ein kleines Bild, eine kaum mehr als DIN A4 große Ölskizze, die ein brennendes Auto zeigt. Neben den ruppigen Strichen, die ein winziges Kobaltblau in die Flammen aus hellem Ocker setzen und dann wieder weicher mit dunklem Saftgrün und Umbra ein Auto formen, springt ein winziges Detail ins Auge – eine nahezu naturalistische Hand, die neben dem Wrack liegt.</p>
<p>Ich frage nach dem Preis, gehe weiter und drehe bald um. Das Bild hat mich gepackt. Als mir der Verkäufer das Bild in eine Tüte packt, erzählt er mir die Geschichte. Gemalt hat es der Hamburger Johannes Duwe, dessen Vater – ebenfalls ein Künstler – 1984 auf der Bundesstraße 404 in Schleswig-Holstein in seinem Auto ums Leben kam.</p>
<p>Eine Stunde später trinke ich am Rand des Trödelmarktes Kaffee mit einem Freund und einer Bekannten von ihm. Die fragt nach dem Maler, wird hellhörig und greift zum Telefon. Sie hat vor gerade mal zwei Minuten die Lebensgefährtin des Malers getroffen, die mir kurz darauf die Version des Verkäufers bestätigt. Inzwischen weiß ich, dass der Vater von Johannes Duwe an einem 28. Januar geboren wurde. Wie ich.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2559/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2559/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2559&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Stumpf</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Apr 2013 17:02:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Welt ist uns zu verästelt, zu komplex. Also schneiden wir rigoros die Äste ab, bis ein sehr verständlicher Stumpf übrig bleibt. Tot zwar, aber gut zu verstehen. Rund, messbar, stapelbar. Ein Klafter. Das Holz, aus dem Bretter geschnitten werden. Mit ein bisschen Glück bleibt ein Astloch übrig. Für einen bekömmlichen Ausschnitt. &#160; Statt das [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2551&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/04/klafter.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2553" alt="klafter" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/04/klafter.jpg?w=419&#038;h=280" width="419" height="280" /></a></p>
<p>Die Welt ist uns zu verästelt, zu komplex.</p>
<p>Also schneiden wir rigoros die Äste ab,</p>
<p>bis ein sehr verständlicher Stumpf</p>
<p>übrig bleibt. Tot zwar, aber gut zu verstehen.</p>
<p>Rund, messbar, stapelbar. Ein Klafter.</p>
<p>Das Holz, aus dem Bretter geschnitten werden.</p>
<p>Mit ein bisschen Glück bleibt ein Astloch übrig.</p>
<p>Für einen bekömmlichen Ausschnitt.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Statt das uns Unverständliche zu simplifizieren,</p>
<p>ohne je zu versuchen, auch nur einen Teil</p>
<p>davon zu verstehen, sollten wir  das kleine Stück Erde</p>
<p>vor unseren eigenen Füßen genauer betrachten.</p>
<p>Dort, wo wir die Komplexität mit Händen greifen</p>
<p>und ihr beim Wachsen zusehen können.</p>
<p>Vielleicht sehen wir dann auch wieder die Welt</p>
<p>mit anderen  Augen. Toleranter, weil wir wissen,</p>
<p>dass Dinge Ursachen haben, Wirkungen zeigen</p>
<p>und sich bewegen, wie wir uns auch bewegen und</p>
<p>nicht stehend richten können.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2551/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2551/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2551&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Facebook &amp; Co.</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Apr 2013 13:03:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[„Liebe Hörerinnen und Hörer, sie merken es in diesen Stunden: In der Welt überschlagen sich die Ereignisse und von Saure-Gurken-Zeit kann nun wirklich keine Rede sein. Aber – und als hoffentlich treue Gebührenzahler wissen Sie, wovon ich rede – in unseren teuren Funkhäusern fehlt es am Nötigsten. 24 Stunden sind zu füllen, das ist kein Pappenstiel. [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2547&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/04/radio.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2548" alt="radio" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/04/radio.jpg?w=419&#038;h=419" width="419" height="419" /></a></p>
<p>„Liebe Hörerinnen und Hörer, sie merken es in diesen Stunden: In der Welt überschlagen sich die Ereignisse und von Saure-Gurken-Zeit kann nun wirklich keine Rede sein. Aber – und als hoffentlich treue Gebührenzahler wissen Sie, wovon ich rede – in unseren teuren Funkhäusern fehlt es am Nötigsten. 24 Stunden sind zu füllen, das ist kein Pappenstiel.</p>
<p>Älteren Journalisten haben wir aus Kostengründen längst kündigen müssen und die preiswerten Freelancer sind für Krisentage wie heute nicht erfahren genug. Deshalb frage ich unseren Klaus aus der Computerredaktion:</p>
<p>Klaus, was sagt das Netz zu den Ereignissen, wie kommentieren es die Sozialen Medien, ich sage nur Facebook, Twitter &amp; Co?“</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2547/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2547/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2547&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Muster</title>
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		<pubDate>Fri, 15 Mar 2013 20:29:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bildredakteur der Süddeutschen Zeitung pflegt seit Jahren eine Vorliebe für einen bestimmten Bildstil. Zwar sammle ich in einem Aktenordner akribisch Bild für Bild, komme aber beim besten Willen nicht darauf, was es sein könnte.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2501&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bildredakteur der Süddeutschen Zeitung pflegt seit Jahren eine Vorliebe für einen bestimmten Bildstil. Zwar sammle ich in einem Aktenordner akribisch Bild für Bild, komme aber beim besten Willen nicht darauf, was es sein könnte.</p>
<a href="http://peterbreuer.me/2013/03/15/muster/#gallery-2501-1-slideshow">Anklicken um </a>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2501/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2501/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2501&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Furor ist zurück.</title>
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		<pubDate>Wed, 13 Mar 2013 07:37:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Substantiv „Furor“ führte lange Zeit ein Schattendasein.  Trotz seines stürmischen Naturells lag das Wort in der Kiste für die besonderen Anlässe weit unten. Der Furor musste den schlechten Odem anderer Ladenhüter ertragen. Selbst des Furors Base „Wildheit“ und sein Oheim „Raserei“ sorgten nur selten für Aufsehen. Dann trat Bundespräsident Joachim Gauck Anfang März vor [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2493&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/03/furor.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2495" alt="furor" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/03/furor.jpg?w=419&#038;h=419" width="419" height="419" /></a></p>
<p>Das Substantiv „Furor“ führte lange Zeit ein Schattendasein.  Trotz seines stürmischen Naturells lag das Wort in der Kiste für die besonderen Anlässe weit unten. Der Furor musste den schlechten Odem anderer Ladenhüter ertragen. Selbst des Furors Base „Wildheit“ und sein Oheim „Raserei“ sorgten nur selten für Aufsehen.</p>
<p>Dann trat Bundespräsident Joachim Gauck Anfang März vor das Mikrofon von Spiegel-Redakteuren. Der Experte für zerstörte Wörter setzte das geschredderte Wort aus vielen kleinen Schnipseln wieder zusammen, klebte sogar noch die ebenfalls aus der Mode gekommene „Tugend“ davor. Der Furor machte Furore. „Aufschrei!“, riefen die, die sich mit dem Inhalt des Gesagten beschäftigten. „Hurra, ein neues Wort!“, riefen die, die tagtäglich um Worte ringen, die sie „Content“ nennen. Der Furor hatte es geschafft, er war erfolgreich reanimiert und durfte wieder mitspielen. Vom Politikteil über das Feuilleton bis hin zum Sport – der kleine Wirbelwind Furor ist wieder mitten unter uns. Eine willkürliche und sicher unvollständige Presseschau der letzten Tage. In Vergleichszeiträumen vor März 2013 wurde das Wort nur selten benutzt und die Journalisten, die es bemühten, trugen Backenbärte und rauchten Pfeife.</p>
<p><em>Süddeutsche Zeitung, 12.03.2013, McDonalds als Sponsor eines Projekts zur Ernährungsbildung</em></p>
<p><em></em>[...] Grund für den <b>Furor</b> des Vereins: Das Konglomerat aus Verbänden, Zentralen, Firmen und Organisationen soll Kindern unter anderem beibringen, wie sie gutes Essen erkennen. Und unter anderem gehört McDonald&#8217;s zu den Bündnispartnern. [...]</p>
<p><em>Tagesspiegel, 12.03.2013, Fernsehkritik „Der Baron“</em></p>
<p>[...]benötigt für seinen <strong>Furor</strong> nicht einmal ein Publikum. Als Franz Ferdinand zu Donnersberg endlich den Ministerposten erobert hat, rockt er zusammen mit Freund Max „Highway to Hell“ zur Luftgitarre. [...]</p>
<p><em>Die Welt, 12.03.2013, Fernsehkritik „Hart aber fair“</em></p>
<p>[...] und konfrontierte ihn mit umstrittenen Aussagen seiner Bischofskollegen – etwa mit der Bezeichnung „Pogromstimmung&#8221;, mit der der Erzbischof Gerhard Ludwig Müller in der „Welt&#8221;  einen angeblichen antikatholischen <strong>Furor</strong> in Medien und Gesellschaft diagnostiziert hatte. [...]</p>
<p><em>Die Welt, 12.03.2013, Joschka Fischer und Fritz Stern</em></p>
<p>[...] nimmt Stern in seinem <strong>Furor</strong> gegen den jüdischen Staat, dessen Regierung sich mit den amerikanischen Rechtsradikalen verbandelt hätte, genauso wenig wahr wie Fischers Bitte, die Folgen der Terroranschläge gegen die Israelis auf die Politik des kleinen Staates zu berücksichtigen. [...]</p>
<p><em>Stern, 12.03.2013, Wahlkampf in Venezuela</em></p>
<p>[...] Jede Kritik an ihm wird von Chavistas mit <strong>Furor</strong> zurückgewiesen und die Opposition hat es schwer, das Vermächtnis des als &#8220;Befreier Südamerikas&#8221; titulierten Chávez zu kritisieren. &#8220;Wir waren Gegner, nie Feinde&#8221;, sagte Capriles, der um Sachlichkeit bemüht ist. [...]</p>
<p><em>Die Welt, 12.03.2013, Stieg Larssons „Verblendung“ erscheint als Comic</em></p>
<p>[...] Der faszinierende <strong>Furor</strong> der Computer-Hackerin, ihr extremes Martyrium und ihre gewalttätige Reaktion tragen die Graphic Novel, selbst wenn im ersten Band nur etwa ein gutes Drittel der Handlung erzählt wird und sich Salander und Blomkvist noch nicht begegnet sind. [...]</p>
<p><em>Süddeutsche, 11.03.2013, Florian Hinterbergers Wirken bei 1860 München</em></p>
<p>[...] Vor Weihnachten hatte sich Ismaiks Cousin Noor Basha zu Wort gemeldet, sein Wehklagen nahm den <strong>Furor</strong> des Investors vorweg. &#8220;Was macht Blanco?&#8221; fragte Basha, [...]</p>
<p><em>Frankfurter Rundschau, 12.03.2013, Buch über Antiziganismus</em></p>
<p>[...] die sich an den gewaltsamen Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen beteiligt hatte, und der <strong>Furor</strong> ihrer Verachtung und die Abwesenheit jeglicher Empathie, die sich nicht so leicht vergessen ließen. [...]</p>
<p><em>Allgemeine Zeitung, Rhein Main Presse, 11.03.2013, Spielbericht FSV Mainz 05 vs. Bayer Leverkusen</em></p>
<p>[...] Coach Sascha Lewandowski blieb in all dem <strong>Furor</strong> am besonnensten, äußerte sich erst auf Nachfrage zum entscheidenden Moment – und das sehr honorig: „Die Jungs sind sauer“ [...]</p>
<p><em>Hamburger Abendblatt, 11.03.2013, Spielbericht Schalke 04 vs. Borussia Dortmund</em></p>
<p>[...] Es war ein perfekter Tag für Königsblau. Wie ein <strong>Furor</strong> waren die Schalker über den BVB hergefallen. Mit nahezu perfektem Konter- und Kombinationsfußball wurden die Schwächen der Gäste bestraft. [...]</p>
<p><em>Badische Zeitung, 9.03.2013, Krankenmorde in der NS-Zeit</em></p>
<p>[...] Dass der Autor Aly seine persönliche Betroffenheit als Vater einer behinderten Tochter beim Gang durch die Anstalten, Gaskammern und Siechstationen nicht unterschlägt, bekräftigt den <strong>Furor</strong> seiner Forschung. [...]</p>
<p><em>Reutlinger General-Anzeiger, 11.03.2013, Aufführung von Mendelssohns „Elias“-Oper</em></p>
<p>[...] Knackig, mit zunehmendem <strong>Furor</strong> kommen die Ausrufe der Baals-Jünger. Mit schmerzlicher Intensität ist die Klage aufgeladen, dass Elias von König Ahab mit dem Tode bedroht wird. [...]</p>
<p><em>Bild am Sonntag, 10.03.2013, Interview mit Marina Weisband</em></p>
<p>[...] Warum beharken die Piraten sich untereinander mit solch besonderem <strong>Furor</strong> und unterstellen sich immer das Schlimmste? [...]</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2493/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2493/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2493&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Rathausuhr</title>
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		<pubDate>Sun, 10 Mar 2013 21:31:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Rathausuhr war ein mechanisches Mirakel und ihrer Zeit um einige Wochen voraus. Vielleicht sogar einen Monat. Ihr Schöpfer sollte ursprünglich geblendet werden, um zu verhindern, dass andere Städte mit ähnlichen Uhren aus seiner Hand ebenfalls zu touristischen Anziehungspunkten wurden. Irgendwann geriet das Thema Blendung in Vergessenheit und Blendungen insgesamt aus der Mode. Der Uhrenbauer [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2490&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Die Rathausuhr war ein mechanisches Mirakel und ihrer Zeit um einige Wochen voraus. Vielleicht sogar einen Monat. Ihr Schöpfer sollte ursprünglich geblendet werden, um zu verhindern, dass andere Städte mit ähnlichen Uhren aus seiner Hand ebenfalls zu touristischen Anziehungspunkten wurden. Irgendwann geriet das Thema Blendung in Vergessenheit und Blendungen insgesamt aus der Mode. Der Uhrenbauer jedenfalls verlor durch eine kleinere Verletzung (Ein Tannenzapfen-Gewicht war ihm auf die Finger gefallen), den, wie er es nannte, „Bock auf die Scheiß-Rathausuhren“ und er verlegte sich auf die Zucht von Araucana-Hühnern. Hinfort pries er auf Wochenmärkten grünliche und bläuliche Eier an.</p>
<p>Nach der Brutperiode eines Turmfalkenpärchens oberhalb der großen Zahnräder büßte die Rathausuhr verschmutzt durch Nistabfälle ihren Gleichlauf ein. Ihr Erbauer wäre der einzige gewesen, der das hätte beheben können, aber er war längst mit seinen Hühnern über alle Berge. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Uhr zum Mythos. Auch, weil zwischen all den widersprüchlichen mündlichen Überlieferungen irgendwann nicht mehr klar war, was sie damals tatsächlich so berühmt gemacht hatte. In ihrem Inneren stapelten sich bemalte Metallfiguren, Zahnräder, Buchstaben und Glocken, aber ohne die richtig eingestellte Mechanik blieben sie wortlose Schauspieler ohne Drehbuch, ein Haufen totes Blech.</p>
<p>Einen jungen Uhrmachergesellen packte die Faszination der verbogenen Stangen, ausgeleierten Federn und ausgehängten Gewichte. Sein Traum war mehr als eine mechanische Rekonstruktion, er wollte die Geschichte der Rathausuhr enthüllen, den Mythos lüften, der dadurch entstanden war, dass seit so langer Zeit kein lebender Mensch die Uhr hatte zur vollen Stunde schlagen sehen. Als Meisterarbeit geplant, wurde daraus ein Projekt von fast zwei Jahrzehnten. Schon zur Halbzeit ahnte der Uhrmacher, inzwischen längst verheiratet, Vater geworden und verwitwet, dass die von ihm restaurierten Figuren etwas ganz Besonderes aufführen würden. Etwas, dessen Ablauf er trotz all seiner Einblicke in das Innenleben des Uhrwerks weder wusste, noch wissen wollte.</p>
<p>An einem Mittag um Punkt zwölf war es soweit. Die Stadt hatte zur Premiere geladen und der Rathausmarkt war dicht gefüllt. Fotohandys reckten sich in die Höhe und Kamerateams richteten ihre Teleobjektive auf den Rathausturm. Mit dem ersten Schlag des Glockenspiels öffnete sich die Holztür rechts vom Zifferblatt, ein Schienenkreis schob sich vor und elf Jünger bewegten sich über den freischwebenden Schienenstrang: Petrus trug einen Korb mit Fischen, Judas wedelte mit dem symbolischen Geldbeutel und Thomas trug eine Lupe.</p>
<p>Das Auftauchen jedes einzelnen Apostels wurde auf dem Rathausplatz beklatscht und die Beweglichkeit und Farbenpracht der Metallfiguren gelobt. Zum Schluss, da war man sich sicher, würde Jesus die Bühne betreten und die Menge vermutlich segnen. Das war also der Mythos, der diese Uhr über Jahrhunderte so berühmt gemacht hatte. Zu Recht fanden die Kommentatoren, die das Spektakel live übertrugen. Doch Jesus erschien nicht. Stattdessen tauchten die Apostel ein zweites und drittes Mal auf, begannen zu tanzen, schlugen Räder und spielten auf Instrumenten. Gegen Viertel nach Zwölf wurden die Menschen unruhig, um halb eins stutzig. Sicher, die Vorführung wiederholte sich nicht, aber wo blieb die Pointe? Und wo blieb Jesus?</p>
<p>Der Mann, der die Uhr seit so vielen Jahren restauriert hatte, stand mit den anderen auf dem Rathausplatz. Er wusste, gleich würde das Schauspiel enden. Und Jesus würde nicht kommen, sondern eine andere Figur. Doch obwohl er jede Schraube und jede Feder des Glockenspiels kannte, wusste er nicht, was geschehen würde. Allein, dass eine große Zahl von frisch gereinigten Buchstaben eine Rolle spielen würde.</p>
<p>Judas war es, der das Ende des Glockenspiels einleitete. Er verbeugte sich auf der Fahrschiene vor dem Zifferblatt, warf seinen Geldbeutel heiter in die Höhe und zog ein Band von Buchstaben hinter sich her: „Wartet auf nichts und verschwendet keine Zeit. Geht den Dingen entgegen. Diese Uhr läuft genau. Wann das Glockenspiel wieder erscheint, ich werde es nicht verraten. Es bleibt ein Geheimnis. Freut euch, wenn es geschieht und freut euch über das, was ihr in der Zwischenzeit bewegt.“</p>
<p>Der Uhrmacher war stolz auf sich. Und auf seinen Vorgänger. Er wusste, er würde sich nicht auf seinen Lorbeeren ausruhen und er freute sich auf das ruhige Leben mit seinen Hühnern.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2490/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2490/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2490&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Glückwunsch, RTL!</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Jan 2013 16:14:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; Herzlichen Glückwunsch zur Grimme-Preis-Nominierung.<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2486&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/01/grimmepreis.jpg"><img class="alignnone  wp-image-2487" alt="grimmepreis" src="http://peterbreuer.files.wordpress.com/2013/01/grimmepreis.jpg?w=419&#038;h=568" width="419" height="568" /></a></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Herzlichen Glückwunsch zur Grimme-Preis-Nominierung.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2486/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2486/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2486&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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	</item>
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		<title>Joey Heindle. Ein #aufschrei.</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Jan 2013 17:25:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Peter Breuer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>

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		<description><![CDATA[Als er wusste, dass ihn das Publikum zum Dschungelkönig gekrönt hatte, war Joey Heindle alleine im Camp. Es waren maximal 60 Sekunden, die ihn die Kamera beobachtete. Für einen Sender, der das Aufmerksamkeitsdefizit der Zielgruppe mit Zehntelsekundenschnitten belohnt und die dürftigen Highlights seines Szenenfundus im Stakkato wiederholt, eine quälend lange Zeitspanne. Zu sehen war ein [&#8230;]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2475&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Als er wusste, dass ihn das Publikum zum Dschungelkönig gekrönt hatte, war Joey Heindle alleine im Camp. Es waren maximal 60 Sekunden, die ihn die Kamera beobachtete. Für einen Sender, der das Aufmerksamkeitsdefizit der Zielgruppe mit Zehntelsekundenschnitten belohnt und die dürftigen Highlights seines Szenenfundus im Stakkato wiederholt, eine quälend lange Zeitspanne.</p>
<p>Zu sehen war ein Junge, der für seine Freude keine Worte fand. Der wie ein katatonischer Käfigtiger durch die Palmenkulisse stolperte und sich selbst Worthülsen voller Bildsprünge aufsagte. Der nicht viel, aber immerhin sehr genau weiß, dass jetzt von ihm Emotionen der Überwältigung gefragt sind. Sein Gestammel wirkte von einem inneren Blatt abgelesen, aber die Medien feiern ihn als „authentisch“. Authentisch ist das Todesurteil, es heißt: „Selbst für Selbstschutz zu dumm. Den beuten wir bis auf die Knochen aus und kotzen die Reste auf den Teller.“</p>
<p>Joey Heindle hat eine Ausbildung zum Beikoch absolviert. Man muss keine Gastronomieerfahrung haben, um zu wissen, was „Beikoch“ über seine Schullaufbahn sagt. Er hat seine anschließende Kochlehre abgebrochen und sich bei „Deutschland sucht den Superstar“ beworben. Dort hatte er das Glück – oder war es sein Pech? – ins Rollenmuster der Zehnerauswahl zu passen. Der Mädchenschwarm, die Balladenprinzessin, der Rebell und der Trottel. Joey war der Trottel, der sich von Bohlen lächelnd beleidigen lassen durfte. Nach seinem Ausscheiden produzierte er eine Single, an deren schlechter Chartplatzierung vermutlich andere verdient haben.</p>
<p>Der König des Dschungels ist ein Opfer. Er wird eine kurze Zeit in großen Autos gefahren werden, von Termin zu Termin, von Lanz zu „Explosiv“ zur Möbelmarkteröffnung zur Kirmes im Hunsrück. Wenn er nicht straffällig wird, ist seine Prominenz irgendwann eine nicht mehr gepflegte Internetseite, deren letzter Termin unter „Aktuelles“ fünf Jahre zurückliegt. So wie all die anderen, die in der Karrieredämmerung von irgendeinem Privatfernsehen-Zulieferer im VW-Bus zu korrupten Busenmachern gefahren werden, die für ihre Klinik etwas Promo brauchen.</p>
<p>Was wirklich ankotzt, ist die Verlogenheit, mit der Tageszeitungen wie die Süddeutsche plötzlich die BILD als Quelle benutzen, um Joey Heindle vorzuführen. Die schlimme Kindheit ist der Vorwand für das Rührstück, da kann man auch mal ein Blatt zitieren, das erst mit dem Wulff-Anruf auf Kai Diekmanns Anrufbeantworter auf dem Schirm der Süddeutschen Zeitung auftauchte.</p>
<p><strong>Was das mit der #aufschrei-Debatte zu tun hat?</strong></p>
<p>Hier muss ich die Perspektive in die erste Person wechseln. Ich beobachte die #aufschrei-Diskussion von Anfang an und bringe denen, die durch diese Aktion ermutigt wurden, zum ersten Mal zu sprechen, viel Sympathie entgegen. Es gab, das bringt die Schwarmartigkeit der Debatte mit sich, an den Rändern Unschärfen und in der Mitte Polarisierungen. Mich hat überrascht, wie viele Menschen, die ich für besonnen und progressiv hielt, ein muffiges und feindseliges Geschlechterbild in sich tragen.</p>
<p>Aber noch mehr hat mich überrascht, wie eng die Horizonte der Mediennutzung sind. Zur gleichen Zeit, in der über sexuelle Übergriffe diskutiert wurde, waren es oft genug dieselben Diskutanten, die mit gleicher Inbrunst das Dschungelcamp sahen. Die Sendung, in der jede aus dem Bikini gerutschte Brustwarze schwiemelig gefeiert wird. Der von hinten gefilmte Hoden so oft wiederholt wird, bis das Bild kaum noch von der Netzhaut zu löschen ist.</p>
<p> Das Dschungelcamp wird nicht mehr als Resterampe der Prominenz gegeißelt, sondern durch die Bank gelobt. Wie pointiert die Häme der Moderatoren vom intelligenten Gagschreiberteam formuliert wurden. Wie gut sich der Dirk Bach-Ersatz gemacht hat. Und auf n-tv.de lässt Thomas E. Schmitt unter dem Titel „Tschüss, du draller junger Hintern!“ seinen schmierigen Testosteron-Füller in einem einzigen Text so schöne Sachen schreiben wie:</p>
<p>&#8230;das dralle It-Girl all ihre körperlichen Vorzüge&#8230; &#8230;die nippelfixierte &#8220;Unter uns&#8221;-Trulla Claudelle Deckert&#8230; &#8230;und was wird nun aus der heißen Dose?&#8230; &#8230;wie sie sich einen Kamel-Penis in den Rachen steckt und in einen Schafshoden beißt&#8230; &#8230; ging ihm der doppelzüngige Katzenberger-Brutkasten am meisten auf den Senkel. Schlaff wie eine riesige Tüte Halb-und-Halb saß die Klein seit Tagen nur auf ihrem speckigen Mutti-Hintern herum&#8230; &#8230;und wieso wackelt die alte Hängebrücke unter Iris Cellulite-Stampfern beim Auszug genauso stark wie beim Einzug? So leicht lässt sich die gute alte Physik dann eben doch nicht vernatzen&#8230;</p>
<p>Und zum Schluss gehen ihm vollends die Pferde durch:</p>
<p><em>„Olivia Jones denkt dagegen ständig an Schmuddelkram. Sie will dem Sixpack-Sänger unheimlich gerne mal das Genital streicheln, die Fahne hochhängen, die Stange jucken, die Nudel putzen, das Gemächt schaukeln, das Stahlrohr wienern, die Gurke schälen, den Hammer rubbeln und alles, was sich sonst noch gut macht in der Suche bei Google. Sie selbst sagt &#8220;Klötenmassage&#8221; dazu.“</em></p>
<p><strong>Wer diesen Dreck konsumiert, goutiert und nicht vernichtend kommentiert, verliert jede Berechtigung, sich über sexuelle Belästigung, Verächtlichmachung und tatsächliche Opfer von Übergriffen zu unterhalten.</strong></p>
<p>Mein persönlicher #aufschrei gilt den Opfern. Menschen, denen Gewalt angetan wird. Durch Medien, die über mehr Präsenz und mehr Macht verfügen, als es 140 Zeichen haben. Einem Joey Heindle, dessen 19jährige Unbedarftheit eine geile Ware für ein schnell drehendes Medienspektakel ist, gehört mein Mitgefühl.</p>
<p>Wenn heute abend um 21.45 Uhr bei Günter Jauch Thomas Osterkorn, Silvana Koch-Mehrin, Wibke Bruhns, Hellmuth Karasek, Alice Schwarzer und Anne Wizorek über den #aufschrei diskutieren, ist das Dschungelcamp vorbei. Die Sendung wird die beste Einschaltquote haben, die Günter Jauch je hatte. Es wird laut werden und die Sendung wird eine gute Quote haben. Die Opfer von Übergriffen werden nicht vorkommen, Opfer sind leise. Aber die Quote wird gut sein. Die Quote ist immer die Hauptsache.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/peterbreuer.wordpress.com/2475/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/peterbreuer.wordpress.com/2475/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=peterbreuer.me&#038;blog=9932213&#038;post=2475&#038;subd=peterbreuer&#038;ref=&#038;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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