der klon

Klon

ich will nicht mehr alleine wohnen,

ich geh zum arzt und lass mich klonen.

der doktor macht mir freundlich mut:

„ich brauch nur einen tropfen blut.“

aus dem wird quasi über nacht

die eins zu eins kopie gemacht.

am nächsten morgen durfte ich kommen

und hab den klon gleich mitgenommen.

im spiegel sehe ich dann mit interesse,

mensch! sein gesicht ist meine fresse.

ganz einfach ist es nicht zu zweit,

denn manchmal geht der klon zu weit.

frag ich: was isst du gern, mein lieber klon?

sagt er: dein brot, man ahnt es schon.

obwohl nur logisch, aber leider

passt der klon exakt in meine kleider.

wäre er ein zwilling aus demselben ei,

wir wären zwar ähnlich, aber zwei.

als echo mag er jedes meiner worte.

sage ich „piano“, kräht er „forte“.

statt mich zu trösten, stimmt er mit ein.

wie schön war’s doch, allein zu sein.

wie dumm von mir, mein ich zu klonen,

nun habe ich doppel-depressionen.

als ich ihn dann mit fäusten schlug,

nannte er es lachend „selbstbetrug“.

„du kannst dich beklagen und dich trennen,

lerne du dich erst mal selber kennen.“

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