Der Architekt als Erfinder

Im besten Fall ist Architektur kein Ornament, sondern ein konstruktiver Versuch, Lebensräume mit den Möglichkeiten der zur Verfügung stehenden Technik zu gestalten. Als soziales Instrument, als ökologische Vision oder als raumökonomische Gestaltung.

Viele der interessantesten Architekten des 20. Jahrhunderts haben sich der Form über die Funktion genähert. Etwa Jean Prouvé, ein Pionier der Fertigbauweise, der als Konstrukteur teilweise vorgefundene Industriebauteile für seine seriellen Bauten zweckentfremdete. Oder Egon Eiermann, bei dem die fließenden Grenzen zwischen Ingenieurbau und Architektur auch neue ästhetische Maßstäbe setzten.

Einer, der sich zeitlebens jeder Festlegung entzog, war Richard Buckminster Fuller (1895-1983). Die Liste der von ihm ausgeübten Berufe ist lang: Er war Mathematiker und Dichter, Kartograf und Lehrer – aber bekannt wurde er als Architekt der „geodätischen Kuppeln“. Sphärische Kugeln, deren Binnenstruktur aus Dreiecken gebildet wird. So lassen sich mit einem leichten Metalltragwerk große Volumen transparent überspannen.

Von Richard Buckminster Fuller gelernt und dessen letzten zwölf Lebensjahre mit ihm zusammengearbeitet, hat der Architekt Lord Norman Foster. Er kuratierte gemeinsam mit Luis Fernández-Galiano die Ausstellung, die noch bis zum 18. September im Marta Herford zu sehen ist. In der großen Werkschau sind nicht nur seine Raumkonzepte zu sehen, sondern auch erstmals der Nachbau seines legendären stromlinienförmigen Dymaxion Cars – einer Großraumlimousine, die vor dem 2. Weltkrieg entstand.

Foto: Marta Herford

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