Stammtisch-Thesen müssen einfach sein, sie müssen ja auf einen Bierdeckel passen. Umso mehr wundert es mich, dass im Laufe eines zehn Jahre währenden sinnlosen Krieges in Afghanistan noch niemand auf die Idee gekommen ist, eine überaus simpel gedachte nicht-militärische Strategie ins Gespräch zu bringen.

Prämisse:

Es ist nicht ganz einfach, realistische Zahlen über den Afghanistan-Einsatz der ISAF-Truppen seit 2001 zu recherchieren. Vorsichtige Schätzungen gehen von einer Billion Euro aus. Dauerhafte Stabilität ist dennoch nicht in Sicht. Es wird Zeit, den Konflikt mit künstlerischen Mitteln zu lösen.

Bierdeckelrechnung:

Ein preiswertes Fertighaus (Niedrigenergiestandard, einfache Ausstattung) ist für ca. 70.000 Euro zu haben. Für die gesamten Kriegskosten wäre es also durchaus möglich gewesen, alle knapp 30 Millionen Afghanen mit formschönen Fertighäusern zu versorgen. Da Wohlstand die Bereitschaft zu bewaffneten Auseinandersetzungen bekanntlich stärker senkt als militärische Interventionen, wäre die Region längst befriedet.

Unter Einbeziehung der Fertighaus-Branche wäre es sogar möglich gewesen, Afghanistan zu einer südasiatischen Musterhaus-Siedlung auszubauen, die an den Wochenenden auch pakistanische Besucher von diesem Modell überzeugt hätte.

Vision:

Mit ähnlichen Ideen ließe sich auch der Nahost-Konflikt lösen. Jerusalem etwa würde zum Schauplatz einer „Ökumenta“ – einem Themenpark der Religionen. Christentum und Islam könnten hier beispielhaft in „Erlebniswelten“ (ja – ich kann auch billig) präsentiert werden. Nicht die Unterschiedlichkeit der Religionen wird zum Thema, sondern ihr gemeinsamer Markenkern: Die Spiritualität und der Wellnessgedanke würden Besucher aus aller Welt locken.

Aber auf mich hört ja wieder keiner.