Ein Marschflugkörper = 15 Fertighäuser

Stammtisch-Thesen müssen einfach sein, sie müssen ja auf einen Bierdeckel passen. Umso mehr wundert es mich, dass im Laufe eines zehn Jahre währenden sinnlosen Krieges in Afghanistan noch niemand auf die Idee gekommen ist, eine überaus simpel gedachte nicht-militärische Strategie ins Gespräch zu bringen.

Prämisse:

Es ist nicht ganz einfach, realistische Zahlen über den Afghanistan-Einsatz der ISAF-Truppen seit 2001 zu recherchieren. Vorsichtige Schätzungen gehen von einer Billion Euro aus. Dauerhafte Stabilität ist dennoch nicht in Sicht. Es wird Zeit, den Konflikt mit künstlerischen Mitteln zu lösen.

Bierdeckelrechnung:

Ein preiswertes Fertighaus (Niedrigenergiestandard, einfache Ausstattung) ist für ca. 70.000 Euro zu haben. Für die gesamten Kriegskosten wäre es also durchaus möglich gewesen, alle knapp 30 Millionen Afghanen mit formschönen Fertighäusern zu versorgen. Da Wohlstand die Bereitschaft zu bewaffneten Auseinandersetzungen bekanntlich stärker senkt als militärische Interventionen, wäre die Region längst befriedet.

Unter Einbeziehung der Fertighaus-Branche wäre es sogar möglich gewesen, Afghanistan zu einer südasiatischen Musterhaus-Siedlung auszubauen, die an den Wochenenden auch pakistanische Besucher von diesem Modell überzeugt hätte.

Vision:

Mit ähnlichen Ideen ließe sich auch der Nahost-Konflikt lösen. Jerusalem etwa würde zum Schauplatz einer „Ökumenta“ – einem Themenpark der Religionen. Christentum und Islam könnten hier beispielhaft in „Erlebniswelten“ (ja – ich kann auch billig) präsentiert werden. Nicht die Unterschiedlichkeit der Religionen wird zum Thema, sondern ihr gemeinsamer Markenkern: Die Spiritualität und der Wellnessgedanke würden Besucher aus aller Welt locken.

Aber auf mich hört ja wieder keiner.

3 Gedanken zu “Ein Marschflugkörper = 15 Fertighäuser

  1. Das ist keine schlechte idee nur muss man bedenken das diese Häuser von den taliban eingenommen werden würden oder zerbombt

  2. Der Bau von Fertighäusern ist eine gute Idee, so spart man Zeit und man hat schon meist alles vorgegeben, ich finde Fertighäuser sowieso besser.

  3. Wahrscheinlich könnte man die meisten Konflikte unseres Planeten lösen, indem man ausreichend Brot und Spiele zur Verfügung stellt. Wer nicht ständig in seiner Existenz bedroht ist und deshalb Gelegenheit hat, ein ganz normales Leben aufzubauen, hat im Durchschnitt weniger Interesse für gewalttätige Welterlösungsideologien.

    Leider weiß auch die andere Seite, daß dadurch ihr Geschäftsmodell bedroht würde. Deswegen haben die Taliban aus gutem Grund den Abschnitt „Spiele“ verboten. Und in Syrien und Libanon hält man bis heute die Urenkel palästinensischer Heimatvertriebener in „Flüchtlingslagern“ gefangen. Nicht daß diese Leute am Ende noch anfangen, als ganz normale Syrer und Libanesen ganz normale Leben zu führen. Dann wären sie doch gar nicht mehr für den Heiligen Krieg [TM] zu gebrauchen!

    Wohin solche Nachgiebigkeit führt, sieht man ja an uns. Die Urenkel der Schlesier und Ostpreußen warten nicht in umzäunten Lagern am Stadtrand von Frankfurt oder Hamburg auf ihre „Rückkehr“ (interessante Vorstellung eigentlich), sondern leben ganz normale Leben (teilweise in Fertighäusern). Was zur Folge hat, daß der Haß auf Polen, Tschechen und Russen kaum noch gepflegt wird und sie hierzulande oft fast schon wie Menschen behandelt werden.

    Vielleicht hat ja doch einer auf Dich gehört.

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