Mit zunehmender Elektrifizierung mutiert die Hand, die uns Menschen zum unmittelbaren Fühlen und Begreifen gegeben wurde, zur bloßen Schnittstelle: Mit ihr werden Gehirn und Augen über Tastatur und Maus an den Rechner angeschlossen. Das sensorische Erlebnis der Finger reduziert sich dabei auf die erhabenen Kunststoff-Markierungen auf „F“ und „J“, die die korrekte Position auf der QWERTZ-Tastatur anzeigen.

Schreiben ist schließlich nur der mühselige Versuch, all die Reize, die sich durch Gesten, Geräusche, Gespräche, Gerüche, durch Sehen und manchmal auch Verstehen zu einem sehr komplizierten Gefühl aus vielen tausend Komponenten geformt haben, mit den 54 Knochen der beiden Hände und einem Haufen Plastiktasten in eine Form zu bringen. Was sich auch nach langer Übung anfühlt, als versuche man, das Schloss Neuschwanstein mit einem Sandförmchen nachzubilden. Man möchte jedem Satz hinzufügen: „Ich möchte nur, dass Du mich verstehst. Frag bitte nach, sollte es ein Missverständnis geben. Möglicherweise habe ich schlecht formuliert.“ Und eigentlich möchte man die Tastatur aus dem Fenster schmeißen und sich einfach wortlos in den Arm nehmen.