Telefonzellen

Ich vermisse die einsam leuchtenden Kästen am Rand von Wohngebieten. Diese Männer im Trenchcoat, die nächtens ihre filterlosen Zigaretten mit der Glut nach vorn über dem Einwurfschlitz des hammerschlaglackierten Münzfernsprechers parkten und Brandspuren verursachten. Lange Gespräche mit imaginären Geliebten führend und den draußen Wartenden mit dem Finger auf die Uhr bedeutend, dass es noch ein wenig dauern könne. Mit den Zellen, ihren Wählscheiben und klemmenden Metalltasten verschwand das Sprechen aus der Telekommunikation.

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3 Gedanken zu “Telefonzellen

  1. Genau: FASSE DICH KURZ! bekam man öfter zu hören. Wohnungssuche über Telefonzelle am Samstag Morgen am Bahnhof mit der druckfrischen Zeitung war auch so ein Erlebnis…

  2. Wenn Fernsprechzellen hätten sprechen können … gäbe es sicher allerlei zu hören, was sich in ihren Gevierten abgespeilt hat. Ganz abgesehen davon, was sie alles belauschen mussten / durften. Geschrieben von jemandem, der eine besondere Silvestererinnerung in Verbindung mit einer solchen gelben Box hat. In Verbindung mit einer Flasche Slivovitz, die entgegen aller Vermutung weder in jener Nacht noch in einer der folgenden geöffnet wurde. 37 Jahre später …

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