It’s five o’clock

„Die Musik taugt nichts, aber achte mal auf die Texte.“ Was für eine Räucherstäbchen-Rezeption. Fand ich immer schon blöd, dieses Getue. Ziehe mir die Jacke ein bisschen enger um die Schultern. Frisch geworden. Dabei ist es gerade mal fünf Uhr und eigentlich Sommer. Ich drücke mir die albernen weißen Ohrstöpsel tiefer in die Ohren, bin ja allein auf der Straße. „It’s five o’clock and I walk through the empty streets.“ Hier schließt samstags alles um Eins, danach kullert Tumbleweed über den Gehsteig.

Gucke in ein Schaufenster für Senioren-Mode und grinse über die Reinkarnation der langen Kragenecken aus den frühen 70ern. Fühle mich zugleich ertappt, weil ich mich an etwas erinnern kann, was schon vierzig Jahre zurückliegt. In der staubigen Scheibe sehe ich meine grauen Koteletten und kann das Schulkind, das ich damals war, nur an den Augen erkennen. „It is so hard to believe
 that it’s me 
that I see“. Und plötzlich ist mir Vangelis an der Orgel egal und ich höre nur noch die Stimme von Demis Roussos. Schöner Text übrigens.

 

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