Eines meiner Lieblingsbücher als Kind war „Kalle Blomquist“. Nicht wegen der Kriminalfälle, sondern wegen der Vorstellung endloser Sommer, in denen man nachts mit kurzer Hose und kariertem Hemd noch mal rasch aus dem Fenster steigen kann. Weil da eine Leiter steht, die Anders Bengtsson festhält. Aber auch wegen der kultischen Verehrung der Protagonisten für einen seltsam geformten Kieselstein, den Großmummrich. Allein die Wichtigkeit dieses Kieselsteins ist ein Beispiel für Astrid Lindgrens besondere Gabe, sich die Fantasie von Kindern bewahrt zu haben.

„Großmummrich“ war als Wort so herrlich bescheuert, dass ich es nie vergessen habe und seitdem viele Kieselsteine in die Hand genommen habe. Immer in der Hoffnung, ein besonderes Exemplar zu finden. 1981 war es dann soweit. Beim Schnorcheln im Mittelmeer lachte mich aus drei Metern Tiefe ein Smiley an. Die Natur hatte sich den Spaß erlaubt, die hellen Quarzadern eines Steins so geschickt in einem grauen Kiesel zu verteilen, dass der Schliff in der Dünung ein Gesicht freilegen konnte. Da ist nichts gemeißelt oder manipuliert. Es ist ohne Zweifel ein Großmummrich.