ambulance

Der Rettungswagen nähert sich mit brüllender Sirene und bremst mit den Reifen am Kantstein vor der Klinik. Noch bevor ich zur Seite springen kann, um nicht zum unwillentlich zum Gaffer zu werden, öffnet sich die Tür und ein metallenes Scherenbett versperrt den knappen Gehsteig. Vor der Notaufnahme kommt das Vehikel zum Stehen, weil sich die Tür für eine minutenlange Sekunde nicht öffnet. Ich sehe in die Augen einer Frau um die Fünfzig. Ihre Pupillen sind schiere Angst in Wachteleigröße und ihre Haare verteilen sich als Strahlenkranz auf dem Kopfkissen. Mit beiden Händen umkrallt sie eine große graue Stoffkatze, ihren einzigen Begleiter außer den beiden dunkelhäutigen Sanitätern. Mit den Augen funke ich ihr angestrengt Zuversicht. Zwar wissend, dass es keine Hoffnung gibt für die, die nicht mehr als eine Plüschkatze haben, aber dennoch mit einem überschwappenden Liebesgefühl für alle, die ihre ganze Hoffnung in einen zusammengenähten Haufen Stoff in Tiergestalt setzen.