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Nahezu meinen gesamten täglichen Bedarf decke ich im Bioladen. Das hat keine ideologischen Hintergründe: Ich mag einfach Gemüse, das zur Jahreszeit passt, esse leidenschaftlich gerne Käse und bevorzuge Antibiotika und Fleisch auf getrennten Tellern. Außerdem finde ich das Weinangebot im Bioladen recht ansprechend.

Tatsächlich kaufe ich sogar Kosmetika, Küchentücher und Schuhwichse (Im Gegensatz zu Kinderbuchverlagen liebe ich das Wort „Wichse“) im Bioladen meines Viertels. Allerdings auch, weil ich nicht gerne in verschiedene Geschäfte gehe. Nur in einem Punkt bin ich eigen. Und das hat mit Designfragen zu tun. Putzmittel für Küche und Bad müssen eine bestimmte Verpackungsgestaltung aufweisen, um mein Vertrauen in ihre Wirksamkeit zu wecken: Ein WC-Reiniger zum Beispiel muss von jemand entworfen werden, der die Ästhetik von Captain Atom schätzt.

Ich bevorzuge im Hygienesektor kräftige Töne aus dem Spektrum der Leuchtfarben. Von mir aus dürfen die Inhaltsstoffe in der Flasche gut abbaubar und auch in Wasserschutzgebieten gern gesehen sein– aber ich will ein Produkt, das gefährlich tut. Ein Design, das suggeriert, ich könne mit dem Präparat Löcher in die Toilettenschüssel brennen und hartnäckige Verschmutzungen mit Laserkraft aus den Fugen fackeln. Spülmaschinentabs mit weniger als neun Komponenten kommen mir nicht ins Haus.

Seit die Dinger in verschiedenen Arbeitsgängen montiert werden müssen und wie teure Pralinen in formgespritzten Plexiglas-Packungen liegen, habe ich schon einigen kunstgewerblich bemalten Keramikgegenständen ein schlichtes helles Design verpasst. Das mag ich sehr. Möglicherweise würde ich sogar Reinigungsmittel im Bioladen kaufen, wünsche mir aber von den Verantwortlichen ein wenig Entgegenkommen. Ein geruchloser durchsichtiger Toilettenreiniger in einer durchsichtigen Flasche übersteigt einfach meinen Glauben an Wunder.