Filmidee

origami

Erfolgloser Fotograf in der Midlife-Crisis bekommt nach langer Durststrecke den Auftrag, das Buch „1001 kreative Ideen für Geldgeschenke“ zu bebildern. Nach den ersten Fotografien von zu Rosen gedrehten 50-Euro-Scheinen beschließt er, mit den vom Verlag gestellten Requisiten (u.a. 20.000 Euro in verschiedenen Notenwerten) durchzubrennen und endlich die Dinge zu tun, von denen er bisher nur träumte. Am Flughafen kauft er einem als Inka gekleideten Flötenspieler ein günstiges Last-Minute-Ticket nach Südamerika ab.

Er lebt einige Wochen lang mit Guanakos, den noch nicht domestizierten Lamas, im Hochland von Bolivien und reist später mit einem für 200 Dollar gekauften VW-Bus nach Mexiko. Dort schließt er sich einer Gruppe illegaler Wanderarbeiter an und dokumentiert mit seiner Kamera die unwürdigen Lebensbedingungen dieser Menschen auf den Zitrusfarmen in Arizona. Es entsteht eine beklemmende Sozialreportage.

Als Schiffskoch auf einem Stückgutfrachter von Los Angeles nach Yokohama gerät er in einen Hurrikan und beschließt – sollte er diese Prüfung überleben – eine Zeit der Ruhe im Zen-Kloster Daitoku-ji in von Kyoto einzulegen. Dort lernt er im Klostergarten einen Origami-Meister kennen, der ihn zur Meisterschaft in dieser traditionellen japanischen Falttechnik führt. Mangels Papier faltet er Tiere, Häuser, Fahrräder und sogar Möbelstücke aus seinen verbliebenen Geldscheinen und fotografiert seine Ergebnisse.

Die Geschichte bewegt sich auf ein überraschendes Happy-End hin, das ihm aufzeigt, dass es auch in seinem Alter möglich ist, die langweilige Studiofotografie mit anspruchsvollen Reportage-Essays zu verbinden.

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