Kleiner gemischter Salat

pfeffer

 

An Salatbuffets, wo nach Tellergröße und nicht nach Gewicht berechnet wird, ist die Zusammenstellung des perfekten Salats eine mathematisch-equilibristische Aufgabe und keine Frage von Nährwert oder gar Geschmack.

Das optimale Preis-Leistungsverhältnis hat zum Beispiel ein kleiner Salat vom Maredo-Salatbuffet, wenn es einem gelingt, die 3,50 Euro-Schüssel mit 54 gestapelten hartgekochten Eiern unfallfrei an der Kasse vorbeizutragen. Nur Dummköpfe und heillose Romantiker kombinieren Friséesalat und Endivie mit einer Olivengarnitur. Wer auch nur ein Quäntchen Pragmatismus im Leibe trägt, wird rohe Blattsalate – wenn sie denn überhaupt Bestandteil des Festpreis-Salats sein sollen – tief unter dicken Schichten von Kartoffel- oder Waldorfsalat plattdrücken, die wiederum der Kleber für lockeres Material wie Pilze oder eingelegte Auberginen sein können, die nicht auf den Boden fallen, obwohl sie weit über den Schüsselrand hinaushängen.

Der Killertipp für Sparfüchse ist allerdings ein ganz besonderer „Salat“: Ein Kilo Steakpfeffer, direkt am Buffet aus der Pfeffermühle in den Teller gekippt und mit einem Salatblatt kaschiert, hat einen Marktwert von 67 Euro.

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