autotransporter

Eine Stunde im Stau neben einem Autotransporter mit acht äußerlich identischen Kleinwagen herrollend, drängen sich unwillkürlich Fragen über den Berufsalltag eines Autotransporter-Fahrers auf. Bei den acht nagelneuen Kleinwagen kann unmöglich der Autoschlüssel stecken. So ein Fahrer muss schließlich auch mal unterwegs seine Notdurft verrichten oder er möchte sich an einer Tankstelle eine BiFi kaufen. Wie leicht wäre es dann für acht Diebe, sich zwei Fahrer zu besorgen, die den Transporter bis zu einer einsamen Toilette verfolgen, dort die Tür zuparken und erst wieder freigeben, wenn die Komplizen über alle Berge sind?

Klar also: Die acht Schlüssel werden nicht in den Zündschlössern stecken. Aber wie bewahrt sie der Autotransporterfahrer auf, um seine Fracht vor dem Autohaus zu entladen, das die Wagen bestellt hat? Einfach lässig als Knäuel in die Jackentasche gesteckt? Wohl kaum.

Die Chance allerdings, die acht Schlüssel zufällig genau in der einzigen Reihenfolge aus der Jacke zu ziehen, in der die Autos entladen werden können, liegt bei 1:40.320. Das ergibt eine einfache Permutation. Probiert der Autotransporterfahrer hingegen die acht Schlüssel am ersten Wagen aus, die verbleibenden sieben am nächsten Auto, sechs am dritten Fahrzeug und so weiter – er müsste die Schlüssel immer noch im schlimmsten Fall 35 mal ausprobieren. Das ist zwar schon deutlich praktikabler, klingt aber auch nicht optimal.

Hat er vielleicht auf dem Beifahrersitz acht Briefumschläge, die er mit einem Kugelschreiber beschriftet hat? „Anhänger, oben, hinten“, „Anhänger, oben, vorne“, „Anhänger, unten, hinten“, „Anhänger, unten, vorne“, ich kürze das mal ab, weil ich das Prinzip für hinreichend erklärt halte.

Oder ist im Führerhaus des LKW ein Holzbrettchen mit einer stilisierten Silhouette des Sattelzugs und kleinen Haken der jeweiligen Ladepositionen, an denen die Schlüssel der Kleinwagen hängen? Das klingt schon besser.

Persönlich würde ich eine Variante vorziehen, bei der die Fahrzeugschlüssel und die dazu passenden Autos kleine temporäre Aufkleber bekommen. Am Zielort könnte man dann das Fliegenpilz-Auto mit dem Fliegenpilz-Schlüssel öffnen und den Igel-Wagen mit dem Igel-Schlüssel. Irgendetwas sagt mir, dass das nicht zum Image von Fernfahrern passen könnte, aber ich kann mich ja auch täuschen.

Bei nächster Gelegenheit werde ich mich mit einem Autotransporterfahrer über dieses Problem unterhalten. Ich kann es kaum erwarten.