helena

Das Bild der kleinen Helena aus dem Rijksmuseum läuft mir schon länger hinterher. Sie war erst zwei Jahre alt, als Gerard ter Borch II. sie malte und ich rätsele, was mich an dem Bild so begeistert.

Natürlich sieht sie aus wie eine Mensch-ärgere-dich-nicht-Figur. Außerdem haben ihre Kleider einen sehr erwachsenen Look, aber das trug man im Barock angeblich so. Wäre sie nicht ein winziges Kind, würde die Form ihrer Handtasche darauf hindeuten, dass sie ein Straußenei transportiert. Für ein Hühnerei wiederum ist die Tasche zu groß. Eventuell führt sie ein Gänseei oder ein Meerschweinchen mit sich. Zu so einer wahnsinnigen Handlung würden auch die stark vergrößerten Pupillen passen.

Die Nelke indes ist eine Allegorie – sie steht für ein langes Leben und die Hoffnung auf eine himmlische Nachspielzeit. Tatsächlich starb Helena jedoch schon mit 25 Jahren. Wahrscheinlich war das im Barock ein normales Alter, damals fand man 1,60 Meter ja auch groß. Aber was weiß denn ich, ich habe doch von Kunst keine Ahnung.